
Das Prinzip
SES steht für Surface Effect Ship. Zwischen zwei schmalen Seitenrümpfen wird Luft eingeblasen. Flexible Schürzen schließen den Raum am Bug und Heck ab. Das Luftkissen trägt nach Angaben der historischen Unterlagen etwa 85 % des Schiffsgewichts; die Seitenrümpfe tragen den Rest.
Die geringere Eintauchtiefe soll den Wasserwiderstand bei hoher Geschwindigkeit senken. Das Dokument beschreibt die „Corsair“ als Prototyp in GFK-Sandwichbauweise und nennt als Entwurfsziel rund 50 kn.
Die „Corsair“ im Überblick
Entwicklung
Blohm + Voss entwickelte den Prototyp gemeinsam mit Thyssen Rheinstahl Technik. Die Konstruktion begann laut dem ersten Beitrag 1984; im Mai 1987 begann der Rumpfbau. Ende April 1988 kam das zuvor gefertigte Deckshaus an Bord. Anschließend folgten Ausrüstung und Erprobung.
Das Projekt zielte auf ein schnelles Schiff, das die Stabilität und das Platzangebot eines Katamarans mit dem geringeren Wasserwiderstand eines Luftkissenfahrzeugs verbinden sollte.
Technische Eckdaten
- Länge: etwa 35 bis 36 m; Breite: 13 m.
- Geschwindigkeit: als Entwurfsziel etwa 50 kn, also rund 90 km/h.
- Luftkissen: laut den Beiträgen etwa 85 % des Gewichts.
- Der erste Beitrag nennt ungefähr 150 t Verdrängung; der zweite spricht von rund 160 t Gesamtgewicht. Diese Angaben sind daher nicht unmittelbar gleichzusetzen.
Leichtbau aus Sandwichmaterial
Der Rumpf bestand aus Faserverbundmaterial mit einem ROHACELL-Schaumkern. Auf ein hölzernes Formgerüst wurden zunächst Schaumplatten gesetzt und außen laminiert. Nach dem Drehen des Rumpfes wurde das Gerüst entfernt und die Innenseite laminiert. Danach wurden Schotten, Decksteile und Aufbauten eingefügt.
Die damaligen Autoren betonten das geringe Gewicht sowie die Wärme- und Schalldämmung des Sandwichaufbaus.
Einsatzideen und Grenzen der Angaben
Als mögliche Einsatzfelder wurden Personenfähren, schnelle Transporte, Patrouillen- und Versorgungsfahrzeuge genannt. Der zweite Beitrag beschreibt eine Ausstattung für 56 Fahrgäste und verweist auf Entwürfe größerer Fähren.
Die im Dokument gezeigte Leistungskurve ist ein historischer Vergleich zwischen SES und Verdränger. Sie ist keine allgemeingültige Aussage über den Verbrauch aller SES-Schiffe. Für eine Bewertung wären unter anderem Geschwindigkeit, Nutzlast, Seegang und Lüfterleistung zu berücksichtigen.
Zum historischen Dokument
Diese Seite fasst die fünf vom Seitenbetreiber bereitgestellten Scan-Seiten in eigenen Worten zusammen. Die erste Seite trägt den Titel „Der Luftkissenkatamaran – ein neuer Schiffstyp bei Blohm + Voss“. Der zweite Beitrag heißt „SES-Katamaran ‘Corsair’ zeigt den meisten Schnellbooten das Heck“; er nennt Dipl.-Ing. Leonhard Maier als Autor und „Röhm Spektrum 37“ als Quelle.
Technische Zahlen und Zukunftserwartungen geben die Aussagen der damaligen Beiträge wieder; einzelne Angaben unterscheiden sich zwischen den beiden Texten.
Weiterlesen
Weitere Informationen zur Technik und Geschichte des Schiffes finden Sie im Wikipedia-Artikel „Corsair (Schiff)“.